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(Pfingsten)
Hört
in
allen
Sprachen:
Das
Sommergoldhähnchen,
der
Sopran
des
Orchesters,
lässt
seine
höchsten
Töne
erschallen.
Die
Sonne
strahlt,
die
Finken
zwitschern
in
ihrem
Dialekt
und
die
Regenjacken
werden
wie
Röcke
um
die
Hüften
gebunden.
Wärme:
Oben
auf
einem
runden
Haufen,
dicht
aneinander
geschmiegt,
sammeln
die
Waldameisen
(Wiesen-Waldameise,
Formica
pratensis)
das
Sonnenlicht
mit
ihren
dunklen
Körpern.
Sie
nutzen
die
Wärme,
um
später
ihr
Nest
voller
Eier
auszubrüten.
Die
Flechten
weisen
auf
einen
gesunden
Wald
hin.
Sie
tragen
bis
in
ihre
äußersten
Verästelungen
bleichgrüne
Ausläufer,
ein
Zeichen
von
Gesundheit.
Vogelperspektive:
Die
Sonne
hoch
dort
oben
schickt
lachend
ihre
Strahlen
auf
die
kleine
Ameisenarmee
der
Wielewaler,
die
im
Zickzack
aus
nichts
einen
Kreis
auf
der
Ebene
des
Hohen
Fenns
macht.
Es
ist
schön,
im
Grünen
Eins
zu
sein
mit
dem
Wunder
der
Natur.
Die
Formen
sind
nicht
mit
exakten
Formeln
zu
beschreiben,
wie
wir
sie
aus
der
Geometrie
kennen.
Wir
beschreiben
die
Pflanzen
mit
„…artige“
oder
„…formige“.
Wir
sehen
uns
die
nierenförmige
Blüte
des
Sumpfveilchens
an
(Viola
palustris).
Jetzt
nähern
wir
uns
dem
Waldrand
und
gelangen
in
ein
außergewöhnliches
begehbares
Moor,
das
der
Wald
beklemmend
geschluckt
hat
und
jetzt
nur
noch
ein
Rest
des
großen
Moores
von
früher
ist,
das
Hohe
Fenn
…
DER
NASSE
SCHWAMM:
Die
Wielewaler
laufen
–
ähnlich
wie
manche
kleinen
Basilisken,
die
im
Niederländischen
„Jezus
Christushagedis“,
also
Jesus-Christus-Eidechse,
genannt
werden
–
auf
dem
Wasser:
Jan
De
Potter,
unser
Führer,
lotst
uns
an
die
nassesten
Stellen
am
Rande
des
Moors
„Neur
Lowé“.
Wir
fühlen,
wie
das
Moor
sich
unter
unseren
Füßen
auf
dem
Wassersack
bewegt,
und
beobachten
mit
dem
einen
Auge,
wie
sich
die
vor
uns
laufende
Person
anstellt,
und
mit
dem
anderen
Auge
suchen
wir
nach
einer
möglichst
nahen
festen
Stelle.
Es
kommt
darauf
an,
nicht
stehenzubleiben
und
keine
brüsken
Bewegungen
zu
machen,
um
das
grüne
Vlies
nicht
zu
zerreißen,
denn
Aal
schmeckt
besser
vom
Teller
als
aus
den
eigenen
Stiefeln!
Beeren:
Wir
suchen
jetzt
den
Pfad
vom
vorigen
Jahr
quer
durch
das
Moor
auf.
Auf
halber
Strecke
erkennen
wir
drei
Beerensorten,
die
wir
gestern
kennengelernt
haben:
-
zuerst
die
Blau-
oder
Heidelbeere
(Vaccinium
myrtillus)
mit
dem
weichen
gelbgrünen
Blatt
und
dem
grünen
eckigen
Stängel,
-
dann
die
Preiselbeere
(Vaccinium
vitis-idaea)
mit
dem
lederartigen
winterharten
Blatt
und
dem
holzigen
Stängel,
-
und
zuletzt
die
Rauschbeere
(Vaccinium
uliginosum)
mit
ihrem
blaugrünen
Blatt
und
dem
runden
holzigen
Stängel.
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Wir schließen uns jetzt zusammen, um die „große Straße, einen befestigten Weg, Richtung Beaulou oder Beleu zu überqueren. Wir sehen das Waldschaumkraut (Cardamine flexuosa) mit seinen kleinen Blüten freundschaftlich neben dem Wiesenschaumkraut stehen. |
Die
Ohren
gespitzt:
Wir
hören
den
Waldlaubsänger
und
konzentrieren
uns
auf
all
die
Geräusche
des
Waldes.
Der
Kreuzschnabel
lässt
sein
metallenes
Tschiep-Tschiep
ertönen.
Am
vierten
Weg
links
biegen
wir
nach
Süden
ab
und
wandern
am
Rand
des
Setay-Moores
entlang
–
ein
langer,
gerader
Weg,
mit
offenem
Blick
auf
den
linken
Rand
des
Moores.
Spektakel:
Kurz
erhaschen
wir
einen
Blick
auf
eine
Wacholderdrossel
und
können
in
Ruhe
den
Baumpieper
beobachten:
Er
schwebt
zwitschernd
von
Baum
zu
Baum.
Der
Aurorafalter
flattert
zu
seinem
Brautstrauß,
wo
das
Weibchen
auch
seine
Eier
ablegt.
Er
verdeckt
ein
Wiesenschaumkraut
mit
ausgebreiteten
Flügeln,
seine
leuchtend
orangeroten
Flügelspitzen
faszinieren,
die
Sonne
betont
sie
noch.
Mit
den
alten
Pionierkarten
tauchen
wir
tiefer
in
die
Landschaft
ein,
die
immer
bewaldeter
wird.
In
einem
langen
Querweg
flüchten
Rehe
scheu
in
den
Wald.
ZEIT:
Hungrig
geworden
schlagen
wir
den
kürzesten
Weg
zu
den
„Six
Hêtres“
ein.
Im
Laub
von
fünf
alten
(weisen)
Buchen
und
einer
noch
in
die
Lehre
gehenden
jungen
Buche
picknicken
wir
wie
früher
die
Schäfer.
Wir
suchen
die
pralle
Sonne
–
mein
Hemd
–
und
alles
was
darunter
sitzt
–
liegt
da
und
bleicht
in
der
Sonne.
Die
Stiefel
schnappen
nach
Luft
und
dampfen
wir
Schornsteine
in
der
intensiven
Frühjahrssonne!
Die
Füße
etwas
tiefer,
weich
auf
dem
Teppich
der
Drahtschmiele,
den
Kopf
leicht
geneigt
haltend
liegen
wir
glückselig
da
und
blinzeln
mit
zusammengekniffenen
Augen
in
die
Luft.
Das
tadellos
verpackte
Picknick
gluckert
in
unseren
Mägen.
Wir
sind
satt.
Die
Zeit
ist
um:
Die
Ältesten
stehen
bereits
mit
Sack
und
Pack
bereit,
als
wir,
die
wir
das
Zeitgefühl
völlig
verloren
haben,
unsere
Augen
öffnen.
Sie
schlendern
jetzt
direkt
auf
das
Fraineu-Moor
zu.
Wir
gewahren
ein
prachtvolles
Panorama
über
das
Moor
hinweg.
Die
Wanderung
führt
jetzt
nach
links
an
den
Rand
des
Moores
mit
dem
Ziel
„La
cabane
de
Négus“,
dort
wohnte
einst
ein
Schulmeister.
Er
kehrte
der
Gesellschaft
den
Rücken
zu
und
lebte
dort
wie
ein
Primat
zwischen
Moor
und
Wald.
Ab
und
zu
sehen
wir
den
Bussard
sein
Reich
überschauen.
Wir
laufen
am „Tros
Marets“
zur
großen
Straße,
um
dann
etwas
weiter
oben
in
den
schwer
zu
findenden
„Trois
Hêtres“
herauszukommen.
Eine
für
Rehe
angesäte
Kleewiese
trägt
unseren
Zug.
Der
Zahn
der
Zeit:
Wir
gehen
am
„Kreuz
von
Dideberg“
(„La
Croix
Dideberg“)
vorbei,
um
zur
Eiche
„tchâne
as
tchânes“
(örtlicher
Dialekt)
zur
gelangen.
Die
einsame
verkrüppelte
Eiche
wartet
geduldig,
bis
ein
jüngeres
Exemplar
genug
Standvermögen
hat,
um
die
Aufgabe
als
„Eiche
der
Eichen“
zu
übernehmen.
Zwischen
den
alten
Wacholdersträuchern
stoßen
wir
auch
auf
eine
künstliche
Plantage
–
die
Beeren
sind
wegen
ihres
Aromas
sehr
begehrt.
Etwas
weiter
entfernt
wächst
Goldrute
und
die
Schattenblume
blüht.
An
den
wilden
Apfelbäumen
vorbei
gelangen
wir
zum
Wasserfall
und
folgen
dem
„Bayehon“,
um
in
einer
Linkskurve
zusammen
mit
dem
„Rau
de
Ghaster“
entlang
der
Skipiste
zu
unserer
Hütte
zu
ziehen.
Ruhepunkt:
Sonntagabend,
der
Montag
naht
…
das
flämische,
deutsche
–
oder
war
es
ein
wallonisches
–
Kotelett
mit
Pommes
frites,
reichlich
begossen
mit
edlem
Getränk,
ließ
uns
am
späten
Abend
unter
den
Decken
in
den
Schlaf
gleiten.
Das
Wiesenschaumkraut.
„Der
Aurorafalter
flatterte
zu
seinem
Brautbukett“.
(Tagebuch
JM
1987,
Kortrijk)
Pflanzenführer
NATUURPUNT
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